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Die Petersdorfer Papierfabrik war einer der wichtigsten und größten Arbeitgebern der Region. Seit ihrem Erbau im Jahre 1852 hat sie viele Höhen und Tiefen mitgemacht. Doch der schlimmste Schlag war wohl Ende 1997, als fast die Hälfte der Beschäftigten Entlassen und die Maschinen abgeschaltet wurden. |
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| 1852 | Die Petersdorfer Papierfabrik wurde von einem Privatmann erbaut. |
| 1854 | Ein Brand zerstörte die ganze Fabrik. |
| 1856-1858 | Wiederaufbau. |
| 1866 |
Die erste Holzschleiferei, die den Namen "Beiwerk" trägt, wurde erbaut.
Sie arbeitete mit zwei Turbinen von 200 PS und erzeugte jährlich 50 Waggons
Holzstoff mit einem Holzverbrauch von 2250 rm. Genaue Aufzeichnungen aus jener Zeit fehlen zwar, doch soviel steht fest, daß die damaligen Inhaber infolge zu kleinen Kapitals die Fabrik nicht auf Höhe halten konnten - sie überhaupt nicht auf Höhe bringen konnten. Dazu kam noch, daß Anfang der 70er Jahre in der Papierfabrikation durch Erfindung des Holzstoffes, wesentliche Verbesserung der Cellulosefabrikation und gewaltiger, ruckweiser Modernisierung der Maschinen ein eminenter Umschwung erfolgte. Jene Fabriken, die diese plötzlich auftretenden und kostspieligen Neuerungen infolge zu geringer Mittel nicht durchführen konnten wurden einfach an die Wand gedrückt. |
| 1873 |
Um einer Katastrophe aus dem Weg zu gehen, verkauften die damaligen
zwei Besitzer ihr Werk. So ging die Petersdorfer Papierfabrik - in einem allerdings
recht kärglichen Zustand - in den Besitz der Neusiedler AG für Papierfabrikation in Wien über.
Durch Heranziehung tüchtiger, geeigneter Kräfte, sowie durch jährlich erfolgte Erweiterungen und Anbauten, durch Einsatz jeweils modernster Hilfsmittel bei der Herstellung des Papiers sowie auch durch Schaffung und Gewährung von sozialen Vorteilen und Begünstigungen an ihre Arbeiter und Angestellten entwickelte sich die Petersdorfer Papierfabrik im Laufe der Jahre zu einer der führenden des Landes. |
| 1880 |
Die zweite Holzschleiferei, welche den Namen "Buha" trägt, wurde erbaut.
Sie besaß eine Turbine mit 250 PS und erzeugte jährlich ungefähr des gleiche
Quantum an Holzstoff wie das vorher erwähnte "Beiwerk". In Petersdorf wurden in der Anfangszeit hauptsächlich Cellulose, Strohstoff, Lumpen und Holzstoff verarbeitet. Infolge der späteren Marktlage wurden Strohstoff und Lumpen in Petersdorf nicht mehr verarbeitet. Es kamen nur noch Cellulose und Holzstoff in Einsatz. Cellulose lieferte die Zernester Zellulose AG, Zarnesti bei Brasov, Holzstoff wurde in der eigenen Schleiferei erzeugt. |
| 1921 |
Am ersten Januar wurde die Fabrik unter der Firma "Fabrica de hartie din Petrifalau S.A." in eine selbständige Aktiengesellschaft mit einem Kapital von Lei 24 000 000,- umgewandelt. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Fabrik Filialwerk der Neusiedler in Wien. Bei der Umwandlung in eine selbständige Aktiengesellschaft behielt Neusiedel 50% der Aktien und die anderen 50% gingen in den Besitz der Banca Marmorosch, Blank & Co. in Bukarest über. Seit dieser Umwandlung wurde die Papierfabrik ständig erweitert und vergrößert bzw. modernisiert und Verbesserungen eingeführt. |
| 1926 |
Das Kapital wurde durch Aufwertung und Neueinzahlung von den Aktien Besitzen
auf Lei 72 000 000,- erhöht.
In einem separat errichteten Neubau kam eine modernste Papiermaschine mit 210
cm beschnittener Arbeitsbreite zur Aufstellung. Petersdorf besaß jetzt drei
Langsieb-Papiermaschinen mit einer Tagesleistung bis zu 30 000kg. In Petersdorf
wurden in der Hauptsache feine holzfreie Schreib-, Werkdruck-, Zeichen- und Wert-Papiere
sowie auch holzhaltiger Konzept und satinierter Weisdruck erzeugt. Petersdorf war von den in
Rumänien gelegenen Papierfabriken hinsichtlich der quantitativen Produktion an dritter Stelle,
in qualitativer war sie aber die Führende. Petersdorf war in Rumänien "DIE" Feinpapierfabrik.
Die nötige Betriebskraft lieferten: 1 Wasserturbine mit 250 PS, 1 Dampfmaschine mit 750 PS,
4 kleinere Dampfmaschinen mit je 60 bis 120 PS, 1 Dieselmotor mit 850 PS und diverse Elektromotoren
mit 500 PS. Der Dampf wurde mit einem Überdruck von 15 Atm. In einem modernen Kessel von 400m2
Heizfläche erzeugt. Dieser Kessel wurde früher mit Petersdorfer Kleinkohle geheizt und belief sich der
Jahresbedarf auf ca. 800 Waggons. Im Jahre 1926 wurde die Feuerungsanlage umgebaut und
wurde seit dieser Zeit mit Pacura als Heizstoff verwendet. Dieses Feuerungsmaterial war bedeutend
billiger als Kohle und ist auch in der Manipulierung wesentlich einfacher. Die Zahl der Arbeiter einschließlich Beamten betrug in normalen Zeiten 400. In Folge der wirtschaftlichen Stagnation konnte im Jahre 1930 der Vollbetrieb nicht mehr aufrecht erhalten werden und mußten sowohl in der Arbeitszeit als auch in der Anzahl der Beschäftigten starke Reduzierungen vorgenommen werden. Es für ein halbes Jahr wird wöchentlich nur noch 4 Tage gearbeitet. |
| 1930 |
Es wurde innerhalb der Papierfabrik selbst eine moderne Großkraft-Holzschleiferei errichtet. Diese Anlage wird mit einem Dieselmotor von 850 PS betrieben und erzeugt in einem Jahr 240 Waggons Holzschliff. Die beiden Holzschleifereien "Beiwerk" und "Buha" sind durch Inbetriebsetzung dieser neuen Schleiferei überflüssig geworden. Die "Buha" wurde Mitte 1930 vollständig stillgelegt. Das "Beiwerk" wurde Anfang Dezember außer Betrieb gesetzt und wurde vorläufig als Reserve für etwa eintretende Bedarfsfälle betrachtet. Seit Mitte des Jahres wurde wöchentlich nur noch 4 Tage gearbeitet |
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Die Geschichte von 1930 bis in die heutige Zeit befindet sich noch in arbeit. |
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