
Der Rabenbrunnen
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König Matthias Corvinus(1458-90) hielt sich im Sommer häufig in Mühlbach auf, wo er
im jetzigen Seiwertschen Haus wohnte. Von hier aus pflegte er Ausflüge
in das nahe Petersdorf zu machen, wobei er gewöhnlich im Kloster des heiligen
Petrus einkehrte. Dieses Kloster stand auf einem Hügel außerhalb des Dorfes,
da wo sich jetzt die Trümmer der alten Kirche mit ihren Ringmauern und der Friedhof
befinden.
Als der König wieder einmal in dem Kloster war, wollte er sich die Hände waschen und
zog deshalb seinen goldenen Ring vom Finger und legte ihn auf das offene Fenster.
Während sich nun der König an dem Handtuch hinter der Tür die Hände trocknete
kam ein Rabe, durch den Glanz herbeigelockt, an das offene Fenster, ergriff den Ring
und flog damit in den Wald. Hier auf dem hohen Bergrücken zwischen Fels und Gestein entsprang(und entspringt auch heute noch)
eine kalte Quelle. An ihr ließ der Rabe, um seinen Durst zu stillen, sich nieder,
verlor dabei den Ring aus dem Schnabel, so daß dieser ins Wasser fiel.
Lange Zeit ließ der König den Ring vergebens suchen,
bis eines Tages ein Jäger zu jenem Jungbrunnen kam und als er trinken
wollte, sah er durch das klare Wasser das Kleinod auf dem Grunde schimmern. Sogleich holte er es heraus und brachte es dem
König, der ihn mit gewohnter Milde beschenkte.
Der Brunnen heißt seitdem Rabenbrunnen.
mündliche Überlieferung aus Petersdorf
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