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Über 350 Landsleute von nah und fern beteiligten sich am Jubiläumstreffen, das vom 8.-9. Juni 2001 in Heidenheim an der Brenz stattfand. Das regnerische Wetter konnte die Wiedersehensfreude und die gute Stimmung nicht trüben. Bereits am Freitag, ab 18.00 Uhr, kamen über 80 Petersdorfer in den Nebenräumen des "Konzerthauses" zusammen.
Der große Ansturm erfolgte Samstagvormittag, so dass der Gottesdienst in der Pauluskirche gut besucht war. In seiner Predigt über 4. Mose 6,22-26 "Unter dem Segen Gottes" wies Pfarrer i.R. Gerhard Thomke darauf hin, wie dieser Segen in unserem Leben wirksam wird. Als gesegnete seien wir dazu aufgerufen, den empfangenen Segen zu leben und weiterzugeben. Die Orgel spielte Pfarrer i.R. Hans Binder, während der Chor die vierstimmigen Sätze "Laudate omnes gentes" und "Komm, Herr, segne uns" sang. Im Fürbittengebet wurde der verstorbenen Landsleute gedacht. Die Kollekte war für diakonische Zwecke in der Heimatgemeinde bestimmt.
Nach dem Gottesdienst traf man sich im großen Saal des "Konzerthauses". Die auf einem Ständer angebrachte siebenbürgische Fahne vor der Bühne zeigte als Emblem die Petersdorfer Kirche als Stickerei vom Vorstandsmitglied Johann Buchner angefertigt. Ab 13 Uhr brachte die Stadtkapelle Heidenheim unter Leitung von Jürgen Degeler einen musikalischen Gruß, der mit viel Applaus bedacht und mit dem Singen des Siebenbürgen-Liedes abgeschlossen wurde. Die Zeit danach wurde zum Mittagessen sowie für angeregte Gespräche mit Verwandten, ehemaligen Nachbarn und Kränzchenfreunden genutzt. Inzwischen hatte auch die Tanzkapelle "Romantik Sextett" unter Leitung von Werner Roth ihre Anlagen installiert und spielte zu Tanz und Unterhaltung auf.
Offiziell wurde das Treffen um 16.30 Uhr durch den ersten Sprecher Pfarrer i.R. Gerhard Thomke eröffnet. Er begrüßte alle Anwesenden, darunter Stadtrat Domberg sowie Kurator Konrad Kirr mit Ehefrau aus der Heimatgemeinde. Ausgehend von einer Aussage von Martin Walser, dass der Mensch ohne Heimat nicht leben könne, wies er auf die Anfänge der HOG Petersdorf hin. Im Hause von Familie Mathias und Rosina Pfaff (München) fanden Anfang der 80er Jahre die ersten Zusammenkünfte der ausgewanderten Petersdorfer statt, die dann zum ersten Treffen am 28. April 1984 in Heidenheim führten. Außer den oben Genannten waren es vor allem Familie Mathias und Brigitte Dengel, Egon Altenburger und Prof. Gerhard Soos, die sich um das Zustandekommen und die Gestaltung dieses Treffens bemühten. Die Landsleute trafen sich, um Erfahrungen betreffend die Integration auszutauschen und regten an, die in der Heimat Verbliebenen zu unterstützen. Die Heimathilfe erfolgte bis zur Wende durch die jährlichen "Weihnachtspäckchenaktionen" und nachher bis jetzt durch Spenden für die Friedhofspflege und die Unterstützung des Diakonievereins mit seiner sozialen Einrichtung "Essen auf Rädern".
Die Errichtung eines Mahnmales für die Opfer der beiden Weltkriege, das die Namen rumänischer und sächsischer Gefallener und Russlanddeportierter trägt, durch die rumänisch-orthodoxe Gemeinde, wurde von der HOG mitfinanziert und kann als beispielhaftes ökumenisch-völkerübergreifendes Zeichen gewertet werden. Die Einweihung findet am 26. August dieses Jahres statt. Zu diesem Ereignis und der Einweihung der in 14 Jahren errichteten orthodoxen Kirche lud Thomke die Landsleute im Namen von Pfarrer Alexandru Coman ein und verteilte die zugeschickten Einladungen.
Die Gründung einer Nachbarschaft innerhalb der HOG im Raume Regensburg, die sich mehrere Male im Jahr zu besinnlichen und geselligen Anlässen trifft, wurde ebenso angesprochen, wie die Bekanntmachung unserer Heimatgemeinde und der HOG in der Siebenbürgischen Zeitung und des Brauches des Leuchtersingens (Lichtert) in der Beilage Kirche und Heimat. Es wurde angeregt, die in Deutschland lebenden Petersdorfer genealogisch zu erfassen.
Abschließend wies der Redner auf das 200-jährige Jubiläum der neuen Petersdorfer Kirche (2005) hin. Er sagte, es wäre ein schönes Zeichen der Verbundenheit mit unserem Heimatort, wenn die Kirche nochmals gründlich saniert und wir als HOG unseren Beitrag zu diesem Vorhaben leisten würden, im Sinne des Psalmwortes "Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt" (Ps. 26, 8).
Für das Zustandekommen des zehnten Treffens wurde den Familien Mathias und Brigitte Dengel(Heidenheim), Familie Theresia und Horst Thiess(Neu-Ulm) sowie Familie Karin und Heinrich Frühn (Regenstauf) besonders gedankt.
Stadtrat Domberg überbrachte Grüße seitens des Oberbürgermeisters und der Stadt. Er wies auf die gute Integration der Siebenbürger Sachsen, aber auch auf ihre kulturellen und menschlichen Eigenarten hin, die sie bewahren und ins neue Umfeld einbringen sollten.
Brigitte Kirr verlas einen Kurzbericht über das kirchliche Leben in Petersdorf, wies auf die Renovierung der Kirche hin und bat um Unterstützung für dieses Vorhaben. Zurzeit wird die Gemeinde vom Pfarrerehepaar Hans und Hannelore Fink (Uttenreuth in Bayern) betreut.
Im Bericht über die Tätigkeiten der Aktionsgruppe Michelau und Wolferborn zu Gunsten von Petersdorf konnte die Summe 34 000 DM ausgewiesen werden, die in den letzten drei Jahren gespendet wurde! Drei Mitglieder dieser Gruppe, und zwar Lothar Kellinger, Klaus Gerhardt und Eckart Gahmann, konnten später persönlich begrüßt werden.
Die Vorstellung des Petersdorfer Heimatbuches konnte nicht wie geplant stattfinden. Die Arbeiten sind abgeschlossen und liegen zur Begutachtung bei der Siebenbürgisch-Sächsischen Stiftung München. Bis Ende des Jahres soll das Buch fertig gestellt werden. Um den Verkaufspreis möglichst niedrig zu halten, werden die Petersdorfer aufgefordert, möglichst viele Exemplare zu bestellen.
Folgende über 80-jährige Landsleute wurden mit einem Blumenstrauß geehrt: Michael Dressler, Hilda Sterns, Margarethe Dressler, Walter Binder und Frieda Binder.
Bei den Neuwahlen wurde der alte Vorstand bestätigt. Erster Sprecher ist weiterhin Pfarrer i.R. Gerhard Thomke, zweiter Sprecher Mathias Dengel, Kassenwart Johann Buchner, Schriftführer Horst Thiess, und Beisitzer Karin Frühn und Brigitte Stenger. Als Internet-Beauftragter wurde Hans-Detlev Buchner hinzugezogen.
Um 19.00 Uhr trat die Siebenbürgisch-Sächsische Tanzgruppe Heidenheim mit einem halbstündigen, abwechslungsreichen Programm auf und erntete stürmischen Beifall. Anschließend wurde das Tanzbein bei guter Stimmung geschwungen.
Auf Wiedersehen in Heidenheim an der Brenz im Jahre 2003!
Gerhard Thomke
THX an Siegbert Bruss
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