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PARTNERSCHAFT / PetersdorfHilfe aus Brixen eint die MenschenErstes Denkmal für deutsche und rumänische Opfer der Gewalt in SiebenbürgenPetersdorf (HS) - Erstmals in Rumänien ist im Brixner Patenort Petersdorf in Siebenbürgen ein gemeinsames Denkmal für alle Opfer der Gewalt, gleich welcher Nationalität, errichtet worden.Seit 1990 leistet ein Brixner Hilfskomitee in Petersdorf in Siebenbürgen humanitäre Hilfe. Dabei wurden nicht nur die Südtirol wegen ihres Minderheitenschicksals besonders am Herzen liegenden Siebenbürger Sachsen, sondern auch die Rumänen bedacht. Der Erfolg dieser auf Förderung der friedlichen Zusammenlebens gerichteten Politik ist beachtlich. Das Einvernehmen zwischen Deutschen und Rumänen ist in Petersdorf besonders gut, die Abwanderung der Deutschen ist hier nicht so dramatisch wie im übrigen Rumänien. Petersdorf ist heute die größte deutsche Dorfgemeinde im ganzen Land. Ein Zeichen des entspannten Verhältnisses ist auch die Errichtung des ersten gemeinsamen Denkmales für alle Opfer der Gewalt. In alphabetischer Reihenfolge wurden sämtliche Petersdorfer, Deutsche und Rumänen, angeführt, die im Ersten und im Zweiten Weltkrieges gefallen sind, aber auch die Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Sowjets zur Zwangsarbeit verschleppt wurden und den unmenschlichen Bedingungen erlagen. Das jüngste Opfer ist ein Rumäne, der bei der Revolution im Dezember 1989 getötet wurde. Das Gefallenendenkmal steht vor der neuen orthodoxen Kirche, die nach zehnjähriger Bauzeit mit Brixner Hilfe fertig gestellt wurde. Kirchenweihe und Denkmalsegnung wurden im Rahmen eines Heimatfernentreffens gefeiert, zu dem auch die abgewanderten Deutschen und die Freunde aus Brixen geladen waren. Eine Delegation des Brixner Hilfskomitees sowie Bezirksgemeinschaftspräsident Arthur Scheidle nahmen daran teil und legten am Denkmal einen Kranz nieder. Die Brixner kamen nicht mit leeren Händen. Auf einen Spendenaufruf hin hatte die Bevölkerung in kürzester Zeit rund zehn Millionen Lire gespendet. Die Gemeinde Brixen hat diese Spendengelder in großzügiger Weise verdoppelt. Mit dem Großteil des Geldes wurde das Essen auf Rädern für die alten Leute von Petersdorf für ein weiteres Jahr gesichert. Ein kleiner Beitrag ging an den in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Landwirtschaftsverein, ein weiterer an die orthodoxe Kirche. "Solange diese Kirche steht, wird hier für Brixen gebetet werden", sagte der zutiefst gerührte Pfarrer Coman.
Kirche und Kriegerdenkmal geweihtPetersdorf (HS) - Rund fünf Stunden dauerte der Gottesdienst, in dessen Verlauf die neue orthodoxe Kirche von Petersdorf geweiht und das Gefallenendenkmal gesegnet wurde. Bischof Laurentiu (links) von Caransebes, Erzbischof Andrei von Karlsburg/Alba Julia (Zweiter von links), Pfarrer Alexandru Coman (Vierter von links), rund 20 weitere orthodoxe und drei evangelische Priester beteiligten sich an der ökumenischen Zeremonie, die vom Seminaristenchor Karlsburg eindrucksvoll mitgestaltet wurde.
Unterrichter: "Mit Toleranz nach Europa"Petersdorf (HS) - "Südtirol hat ein ähnliches Schicksal wie Siebenbürgen", sagte Rudolf von Unterrichter vom Brixner Hilfskomitee in einer Ansprache. "Nach dem Ersten Weltkrieg wurden wir gewaltsam von der einigenden Monarchie getrennt, die Volksgruppen mussten erst ihren Weg finden." Auch Rumänien sei jetzt auf dem Weg nach Europa, und zu diesem Weg gehöre Toleranz. Pfarrer Alexandru Coman sei mit der Errichtung eines gemeinsamen Gefallenendenkmales vorausgegangen, wofür ihm Dank gebühre.
Einmal täglich ein warmes Essen"Essen auf Rädern" für 30 alte und hilfsbedürftige Menschen gesichertPetersdorf (HS) - Dank der Hilfe aus Brixen ist das "Essen auf Rädern" für die alten Leute von Petersdorf für ein weiteres Jahr gesichert worden.Der evangelische Diakonieverein (entspricht der katholischen Caritas) von Petersdorf hat im Oktober 1994 das "Essen auf Rädern" eingeführt, da es infolge der Abwanderung vieler junger Menschen zahlreiche allein stehende Petersdorfer gibt, die sich ein Essen nicht zubereiten bzw. angesichts der niedrigen Renten nicht leisten könnten. Der tägliche Kontakt mit diesen alten, hilfsbedürftigen Menschen ist auch sehr wichtig, da man im Krankheitsfalle die Dorfärztin oder die Krankenschwester verständigen kann. Das Brixner Hilfskomitee half bei der Einrichtung der Küche, kaufte einen Lieferwagen und gab ein Startkapital. Zudem vergab das Hilfskomitee an den Landwirtschaftsverein Kredite, die an den Diakonieverein zurückzuzahlen sind, womit eine laufende Einnahmequelle geschaffen wurde. Die starke Inflation hat allerdings den Fortbestand des "Essens auf Rädern" gefährdet, sodass neue Hilfe aus Brixen notwendig wurde. Der Selbstkostenpreis für ein Essen beträgt derzeit umgerechnet rund 2500 Lire. Die Renten sind aber in Rumänien so niedrig, dass kein alter Mensch diesen Preis zahlen könnte, weshalb je nach Einkommen starke Ermäßigungen gewährt werden. Besonders Bedürftige bekommen das Essen gratis. Insgesamt decken die Beiträge der alten Leute rund ein Viertel der Kosten, der Rest wird mit den Kreditrückzahlungen des Landwirtschaftsvereines und mit Spenden gedeckt. Viele Frauen helfen in einem Handarbeitskreis, um Dinge herzustellen, die auf Bazars in Deutschland und Österreich verkauft werden. |
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